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Presseinformationen

„Der demographische Wandel in der Sucht-Selbsthilfe"

Wie kann Ihre Suchthilfeorganisation den demographischen Wandel nutzen?
Für uns ist es kein Problem, ältere Menschen in den Gruppen zu haben. Es ist vielerorts bereits der Fall. Vielmehr müssen wir uns hier fragen, wie wir unser Angebot qualitativ auf diese Zielgruppe hin erweitern und ggf. auch spezifische Hilfestellungen anbieten können, z.B. aufsuchende und begleitende Hilfen (auch Fahrdienste), Freizeitangebote und insbesondere spezielle Gruppen für ältere Menschen tagsüber. Weitere Projekte könnten Gruppenangebote in Einrichtungen für Senioren, z.B. Heimen und betreutem Wohnen, sein. Zudem sollte versucht werden, ältere und jüngere Menschen für gemeinsame Aktivitäten zu begeistern, denn ein großes Problem der älteren Menschen ist die Einsamkeit.

Was können wir gegen einen drohenden Mitgliederschwund tun?
Den Menschen das Gefühl von Geborgenheit, Annahme und Vertrauen geben. Unser bisheriges Angebot überdenken, an neue Anforderungen anpassen und natürlich attraktiv präsentieren. D.h. unsere Angebote der Öffentlichkeit offensiv darstellen, im Sinne von: Tue Gutes und rede darüber!

Wie begegnen wir der Tatsache, dass es immer mehr ältere / alte  Menschen mit Suchterkrankungen gibt?
Ältere Menschen sollten stärker in der Sucht-Selbsthilfe in den Blickpunkt geraten, d.h. die Öffentlichkeitsarbeit muss sich verstärkt auch an diese Zielgruppe richten. Und in der Prävention fehlt ganz eindeutig der Aspekt: Sucht bei alten Menschen. Bisher werden Therapien für ältere Suchtkranke – insbesondere, wenn sie in Rente sind – kaum bewilligt. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Mitarbeiter/innen in Einrichtungen für Senioren müssen mehr über Suchterkrankungen wissen, um einen Blick auf ältere Bewohner mit Suchtproblemen zu haben und die Hilfeangebote zu kennen.

Welche besonderen Einrichtungen und Therapieformen wären dafür nötig?
Uns erscheint es ganz wichtig, das Therapieangebot auf die älteren Menschen hin auszuweiten. Das beinhaltet auch, dass mehr Sozialarbeiter und Pädagogen in Gemeinden, Institutionen und Einrichtungen vorhanden sein sollten, die entsprechend geschult sein müssen.

Quelle: Interview mit dem Ehrenvorsitzenden Rolf Schmidt

„Soll die Alkoholindustrie Prävention betreiben?“

Der Bundesverband der  Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe unterstützt grundsätzlich die bereits von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen erarbeitete Stellungnahme:
„Die Prävention sollten die Konzerne den Pädagogen überlassen. Wenn sie wollten, könnten sie wirksame Alkoholprävention leisten, indem sie Verantwortung im Kernbereich ihres Geschäftes übernehmen: Ihr Beitrag zur Reduzierung alkoholbedingter Schäden muss sich auf ihre Produkte beziehen. Produkt und Vermarktung dürfen nicht auf junge Menschen – die neuen Käuferschichten – abzielen, sonst sind alle Präventionsaktivitäten Makulatur.“

Weiter möchten wir für unseren Verband noch hinzufügen:
Die Alkoholkonzerne würden ganz erheblich zur Prävention beitragen, wenn sie Warnhinweise – ähnlich der Warnhinweise auf Tabakwaren - auf ihren Produkten zulassen würden. Auch eine deutliche Verteuerung der alkoholischen Getränke wäre ganz sicher ein Beitrag zur Prävention. Ebenso sollten die erzielten Steuereinnahmen für Präventionsmaßnahmen eingesetzt werden.

Text: Ehrenvorsitzender Rolf Schmidt