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Wo gibt es Hilfe?

Sucht ist in Deutschland als Krankheit anerkannt. Bereits 1968 urteilite das Bundesverfassungsgericht entsprechend. Die Sucht wurde infolgedessen behandelbar. Inzwischen hat sich ein differenziertes Beratungs- und Behandlungsangebot entwickelt: Entgiftungsstationen, Sucht-Selbsthilfegruppen, ambulante Beratungsstellen, stationäre Einrichtungen, Substitutionsplätze, Arbeitsprojekte.

Voraussetzung für die Annahme von Hilfe ist, sich das Problem bewusst zu machen und der Wille - ohne Wenn und Aber - es anzugehen. Die Annahme von Hilfe setzt die Erkenntnis voraus, dem oder den Suchtmitteln gegenüber allein machtlos zu sein und den Konsum nicht mehr kontrollieren zu können.

Behandlungsmöglichkeiten

Selbsthilfegruppen

In Deutschland gibt es ein bundesweites Netz von Selbsthilfegruppen für Suchtkranke und Angehörige. In den fünf Sucht-Selbsthilfeverbänden (Blaues Kreuz in Deutschland, Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche, Guttempler in Deutschland, Kreuzbund und Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe) gibt es laut Statistik der Verbände für das Jahr 2010 rund 4.500 Selbsthilfegruppen, die von etwa 72.000 Mitgliedern, davon 31.237 Frauen und 40.975 Männern, besucht werden. 72,4% der Gruppenmitglieder sind Suchtkranke, 21,5% sind Angehörige und 6,1% sind nicht von Sucht betroffene Interessierte.

Ambulante Angebote

Es gibt rund 1.200 Beratungsstellen in Deutschland. Sie sind in der Regel die ersten Anlaufstelle für hilfesuchende Abhängige und Angehörige.

Adressen von Beratungsstellen finden Sie bei GVS und DHS.

Stationäre Angebote

Stationäre Angebote in der Suchthilfe umfassen die akute medizinische Behandlung, medizinische Reha und die Nachsorge. Dabei handelt es sich in erste Linie um Allgemeinkrankenhäuser für die Entgiftung, psychiatrische Krankenhäuser und Fachkliniken zur Durchführung der Behandlung und Rehabilitation.

Weiterhin gibt es teilstationäre Angebote, z.B. Tageskliniken, Übergangseinrichtungen, Betreutes Wohnen und komplementäre Einrichtungen, z.B. Häuser für chronisch mehrfach geschädigte Suchtkranke. Weitere Auskünfte und Adressen gibt es unter buss, Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe.

Die Entscheidung für eine Therapie – ob ambulant oder stationär – stellt für die meisten Menschen nach zum Teil langer Abhängigkeit einen großen Schritt in Richtung einer persönlichen Veränderung und Neuorientierung dar.

Die Behandlungsziele werden mit dem Patienten individuell abgestimmt und bearbeitet. Dabei geht es darum, sich der aktuellen Lebenssituation neu zu stellen, um mit den Herausforderungen des Alltags besser klar zu kommen. Dazu gehören beispielsweise die Lösung von Konflikten und der Umgang mit Stress. Die Gewinnung einer realistischen Selbsteinschätzung und ein gestärktes Selbstbewusstsein sind wichtige Voraussetzungen für ein Leben ohne Suchtmittel.

Rückfälle gehören zum Krankheitsbild der Abhängigkeit. Ein Rückfall wird als Krisensituation gewertet, die bearbeitet werden muss, um eine zufriedene Abstinenz zu erreichen.