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Stern, Ausgabe Nr. 11 vom 07.03.2013
Renate Schmidt, 67
Hausfrau, trocken seit 2005

„Seit ich trocken bin, habe ich ein neues Leben – und das ist sehr kreativ:
Ich male, bastle und schreibe Kindergeschichten. Die Erinnerungen an die Zeit, als ich getrunken habe, werde ich trotzdem nie los. Wenn ich einen Kuchen backe, denke ich: Früher hast du in der Kastenform deine Flaschen versteckt. Und wenn ich etwas Tolles oder Trauriges erlebe, weiß ich, dass ich früher deswegen gleich zum Alkohol gegriffen hätte. Morgens war mir oft schlecht, ich musste würgen, aß kaum noch. Aber ich dachte trotzdem: Es merkt keiner. Als mir klar wurde, dass ich wirklich krank bin, habe ich daheim auf dem Sofa entgiftet.

Ich litt furchtbar, hielt ein halbes Jahr durch – und griff wieder zur Flasche. Erst ein Treppensturz, ich war natürlich betrunken, brachte die Einsicht: Ohne Therapie bin ich verloren. Und ich wollte doch leben. In der Klinik lernte ich die ‚Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe‘ kennen. Die Gruppe hat mir geholfen – auch dabei, die Beziehung zu meinem Mann neu aufzubauen. Wir haben beide lange gebraucht, wieder zueinanderzufinden, aber wir haben es geschafft. Jetzt genießen wir gemeinsam das neue Leben.“

Apotheken-Umschau 01. Januar 2016

Elisabeth Stege