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Erfahrungen von Angehörigen

„Mein Vater war alkoholkrank. Viele hässliche Dinge, schlimme Worte und auch körperliche Gewalt waren in diesen Jahren an der Tagesordnung. Meine Mutter hat alles erlitten, aber nichts geändert. Sie fühlte sich als Opfer, und so habe ich sie auch gesehen. Ich habe sie beschützt. Ich war verantwortlich. Ich fühlte mich schuldig, wenn sie Probleme mit ihrem Mann bekam. Wenn ich spurte, so vermittelte sie mir, hätte ich keinen Ärger mit ihrem Partner. So nahm ich langsam und unbewusst die Rolle der Macherin ein. Ich übernahm und bekam viele Aufgaben in unserer Familie, die mich oft überforderten… aber ich hatte gelernt, nicht zu klagen und mich nicht wichtig zu nehmen. Hauptsache, es gab keinen Ärger!“
Antje

„Mein Vater hatte ein ähnliches Trinkverhalten wie mein Mann. Ich war also daran gewöhnt. Ich entschuldigte es vor mir und anderen.“
Ramona

„Man fühlt sich nicht nur ohnmächtig, man fällt selbst in dieses Loch, meist vor dem Suchtkranken. Ich habe ihn kontrolliert, Flaschen gezählt, Inhaltsmengen angestrichen, Flaschen heimlich ausgeschüttet und leer wieder zurückgestellt – wie Trophäen in Reih und Glied. Ich habe ihn angeschrien, es im Guten mit Bitten und Flehen probiert, versucht, alles zu ignorieren, also alle möglichen Phasen durchgemacht. Doch nichts half! Irgendwann war ich dann selbst an einem Punkt, an dem der Boden unter mir gewackelt hat. Ich war gesundheitlich sehr angeschlagen. Ich kapierte lange nicht, dass mich die Situation krank machte.“
Stefanie

Suchtkrankheit ist Familienkrankheit.

Freundeskreisarbeit richtet sich an Abhängige wie Angehörige gleichermaßen. Freundeskreise sehen die Auswirkungen von Sucht auf das Familiensystem und betrachten Sucht daher als Familienkrankheit. Deshalb sind in den Gesprächsgruppen der Freundeskreise Abhängige und Angehörige zusammen anzutreffen. In einigen Freundeskreisen gibt es auch spezielle Gruppen für Angehörige.

Angehörige sind nach dem Verständnis der Freundeskreise:

  • (Ehe-)Partner/innen
  • (erwachsene) Kinder
  • Eltern
  • persönliche Freunde/innen
  • Arbeitskollegen/innen

Alle sollen in der Gesprächsgruppe den Raum erhalten, den sie für die Bearbeitung ihrer eigenen Probleme benötigen.